Kapitel 1 - Wie läuft das Insolvenzverfahren für Menschen ab?

Zunächst muss mit dem weit verbreiteten Irrtum aufgeräumt werden, dass man durch das Insolvenzverfahren seine Schulden erlassen bekommen kann. Dies ist so nicht richtig. Das eigentliche Insolvenzverfahren dient ausschließlich dazu, durch Verwertung von schuldnerischem Vermögen die Gläubiger weitestgehend zu befriedigen. Mit der für den Schuldner im Regelfall einzig gewünschten Folge, nämlich der Restschuldbefreiung bzw. einer Entschuldung oder einem Schuldenerlass, hat dies leider überhaupt nichts zu tun, sieht man davon ab, dass der Gesetzgeber das Durchlaufen eines geordneten Insolvenzverfahrens als zwingende Voraussetzung für die Erteilung der späteren Restschuldbefreiung vorgesehen hat.

Tatsächlich wird zunächst das eigentliche Insolvenzverfahren, bei dem vorhandenes Vermögen des Schuldners verwertet und verteilt wird, durchgeführt. Hiernach schließt sich das Verfahren zur Erlangung der Restschuldbefreiung genannte Verfahren an. Die Gesamtlaufzeit beider Verfahren beträgt im Regelfall sechs Jahre.

Verfahren, die nach dem 01.07.2014 beantragt wurden, können auch nach drei oder fünf Jahren mit der Restschuldbefreiung enden, wenn zumindest die Kosten des Verfahrens gedeckt sind (Laufzeit = 5 Jahre) oder die Kosten gedeckt sind und wenigstens 35 % der festgestellten Gläubigerforderungen bezahlt werden können (Laufzeit = 3 Jahre).

Einführung l Kapitel 1 l Restschuldbefreiung

Weitere Kapitel:
Kapitel 3 - Ausnahmen von der Restschuldbefreiung
Kapitel 4 - Kommt eine Insolvenz für mich in Frage?
Kapitel 5 - Voraussetzungen für das Insolvenzverfahren eines Menschen
Kapitel 6 - Welche Bedingungen gelten für die Restschuldbefreiung?
Kapitel 7 - Kosten eines Insolvenzverfahrens
Kapitel 8 - Einzelfragen aus Insolvenzberatungsgesprächen

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